In Untersiggenthal entstand die neue Wohnüberbauung „Rosengarten“. Das Projekt beinhaltete drei Gebäudekomplexe, die durch eine Einstellhalle miteinander verbunden sind. Für die Einstellhalle wurde eine 20 cm dicke Bodenplatte betoniert. Die erste Etappe führte man konventionell mit Stabarmierung aus. Bei den weiteren Etappen wurde die Stabarmierung durch Kunststoffasern ersetzt.
Lösung und Beurteilung
Sofern zwängungsfrei gebaut werden kann, stellen Kunststofffasern eine attraktive Alternative zur Stabbewehrung dar. Der Bauablauf wird erheblich vereinfacht, Korrosionsschäden werden ausgeschlossen und Kosten können eingespart werden. Durch die Ausführung beider Varianten, konnten die Vor- und Nachteile eins zu eins an einem realen Objekt verglichen werden. Für den Faserbeton wurden die Kunststoffasern Concretum SUPERFIBER® H 880/40 eingesetzt. Faserbetone mit diesem Fasertyp erreichen gleichwertige Festigkeitseigenschaften wie Stahlfaserbetone, jedoch mit allen Vorzügen einer Kunststofffaser. Die Ausführung hat gezeigt, dass beide Varianten die Anforderungen der Ausschreibung erfüllen. Im Bauablauf und den Kosten bestätigten sich aber die erhofften Vorteile der Alternative mit Faserbewehrung. So konnte z.B. auf das Verlegen der Bewehrung verzichtet und die Plattenstärke reduziert werden. Der Vergleich aller Aufwendungen zeigte eine Kosteneinsparnis bei der Variante mit Faserbeton von 11%. Der Bauablauf konnte zusätzlich optimiert werden. Die Überbauung Rosengarten zeigt eindrücklich, wie mit dem Einsatz von Kunststofffasern im Beton wirtschaftliche Interessen und Dauerhaftigkeitsaspekte verbunden werden können.